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2012

2012

TelefonSeelsorge Bonn / Rhein-Sieg e.V.

Der Verein mit Sitz in Bonn bietet einsamen, verzweifelten oder in Krisen befindlichen Menschen Gespräch und Kontakt an, und zwar seit 1972 am Telefon, seit 1989 face-to-face für junge Menschen und seit 2003 schriftlich per Email.

Der Verein wird ehrenamtlich geführt und „beschäftigt“ zur Zeit 90 ehrenamtliche Helfer, die sich eindrucksvoll organisiert haben. Vor ihrem Einsatz werden die MitarbeiterInnen außergewöhnlich intensiv und umfangreich ausgebildet, damit sie ihrer Beratungsverantwortung gerecht werden. Allein in 2011 wurden knapp 20.000 Anrufe entgegen genommen, davon über die Hälfte und die mit der größten Tragik in der Nacht. Die Themen reichten von psychischen Erkrankungen über Partnerschaftsprobleme, Vereinsamung, Familie, Suizidgefahr, Sexualität u.v.m. Zusätzlich zur Beratung am Telefon wurden über 600 Seelsorge-Mails beantwortet, und 260 mal wurde das Beratungsangebot für junge Menschen in Anspruch genommen.

Alle Kontakte finden anonym und unentgeltlich statt. In den Gesprächen soll der auf den Betroffenen lastende Druck gelindert werden. Klage, Wut und Trauer wird Raum, Zeit und Gehör geschenkt. Die Gespräche sollen berühren und bewegen, und im besten Falle bringen sie den Ratsuchenden dazu, im positiven Sinne aktiv zu werden.

In diesem Jahr hat die TelefonSeelsorge Bonn / Rhein-Sieg e.V. ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Mittagstisch Oase

Der „Mittagstisch Oase“ ist ein konfessions- und religionsübergreifendes Projekt, das seit März 2009 bedürftigen Menschen im „internationalsten“ Stadtteil der Stadt Bonn die Möglichkeit bietet, zweimal in der Woche gegen geringes Entgelt oder kostenlos eine warme Mahlzeit einzunehmen.

Etwa 30 ehrenamtliche Helfer aus der Pfarreiengemeinschaft „Im Bonner Nordwesten“, der Evangelischen Apostelkirchengemeinde Bonn und der Al-Muharjin Moschee betreiben den Mittagstisch solidarisch. Im Pfarrsaal der katholischen Thomas-Morus-Kirche werden für jeweils 70 Gäste zwei unterschiedliche Gerichte angeboten, wovon eines der muslimischen Religion entspricht. Es ist das einzige Projekt dieser Art in Deutschland und schon aus diesem Grunde besonders bemerkenswert. Es wurde „aus dem Quartier heraus geboren“, sagt Begründer und Koordinator Fred Sips, denn sowohl Helfer als auch Essensgäste werden von den drei Glaubensgemeinschaften akquiriert.

Es ist nicht nur der Hunger, der treibt, sondern auch das Bedürfnis nach Begegnung! Am Mittagstisch sitzen Berufstätige, Rentner, gutsituierte Stadtteilbewohner, Arbeitslose, Behinderte, alleinerziehende Mütter und ihre Kinder zusammen. Man tauscht sich – sofern die Sprachbarriere es erlaubt – über die täglichen Belange aus und über die vielen Schwierigkeiten, denen insbesondere Zuwanderer und Flüchtlinge ausgesetzt sind. Einig sind sich die Stadtteilbewohner, dass die Kommunikation mit Behörden ein großes Problem darstellt. Für einige Monate konnten die Organisatoren des Mittagstisches Mitarbeiter aus dem sozialen Dienst gewinnen, die unbürokratisch Beratungsgespräche anboten.

Ein weiteres Projekt des Mittagstisches ist das jährliche Fastenbrechen, an dem ca. 120 Personen teilnehmen und bei dem Moslems und Christen gemeinsam beten. In Planung ist außerdem, jeweils zehn moslemische und christliche Familien auszuwählen, die sich gegenseitig regelmäßig zum Mittagessen zu sich nach Hause einladen. Auch gemeinsame Urlaube sind geplant.