2017
Trägerverein Brücke-Krücke e.V.
Der Freizeitverein Brücke-Krücke e.V. besteht bereits seit 1994 und ist eine integrative Gruppe behinderter und nicht-behinderter Jugendlicher und junger Erwachsener, die gemeinsam einen Teil ihrer Freizeit gestalten.
Der Grundstein wurde schon im Jahr 1981 mit der Fahrt nach Rom gelegt, die vom damaligen Stadtjugendseelsorger von Bonn, PIM – Peter Michael Wandel, zusammen mit Frau Elisabeth Büttner organisiert wurde. Die Idee, nicht professionelle Betreuer, sondern Jugendliche aus unterschiedlichen Jugendgruppen einzuladen, nahm Gestalt an. In diesem Jahr fuhren 45 Jugendliche nach Rom.
Seitdem gelten bei allen Aktionen zwei wichtige Grundsätze: 1. Die Organisation wird gemeinsam von den behinderten und nicht-behinderten Jugendlichen übernommen und 2. Entweder „Alle oder keiner“, d.h., dass entweder alle Teilnehmer oder kein Teilnehmer das ausgesuchte Ziel erreichen. So hat die Gruppe es z.B. umsetzen können, den Schiefen Turm von Pisa mit den Rollstuhlfahrern zu erklettern, ebenso die Stufen des Pariser Eiffelturms zu überwinden und Zugang zu den für Gehbehinderte unzugänglichen Katakomben in Paris zu erlangen. Integration findet bei Brücke-Krücke e.V. ganz beiläufig statt, nämlich dadurch, dass die Teilnehmer sich während der Freizeitaktionen kennenlernen.
Herr Bernd Müller
Herr Müller hat die Bürgerinitiative BISS gegründet und lebt im Stadtteil Medinghoven vor, was ihm am Herzen liegt: „Gegenseitiger Respekt“.
Seit 2009 ist Herr Müller auf den Straßen von Medinghoven unterwegs und trifft dort viele jugendliche und erwachsene Migranten, denen er mit Rat und Tat bei Problemen hilft und mit ihnen spricht. „Ich mache die Ansprache, dass sie sich ordentlich benehmen sollen“, sagt er. „Und dass ihr Leben kostbar ist. Und das in vernünftigem Umgangston. Das kommt an.“
Herr Müller ist Ansprechpartner für Jugendliche und Bewohner des Stadtteils. Aus diesem Dialog entstand und entsteht die positive Auswirkung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als Ergebnis der mitternächtlichen Spaziergänge ist festzustellen, dass von den mehr als 120 Migranten, die seit 1999 auf den Straßen standen, die überwiegende Zahl heute berufstätig ist bzw. zur Schule geht.
Es gibt seit nunmehr 3 Jahren kaum mehr Gewalttaten oder Vandalismus. Seit 18 Jahren trägt die Bürgerinitiative zu sozialem Frieden in ganz Bonn-Medinghoven bei.
Herr Müller wurde mit dem Integrationspreis der Stadt Bonn im Mai 2017 ausgezeichnet.

