2013
Herr Prof. Dr. Dr. Rolf Dieter Hirsch
Herr Prof. Hirsch, der als Leiter der geronto-psychiatrischen Abteilung an den Rheinischen Kliniken Bonn tätig war und heute noch eine Privatpraxis betreibt, hat sich ehrenamtlich sowohl finanziell als auch persönlich in außergewöhnlichem Maße für eine Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter engagiert: für den Verein HSM – Handeln statt Mißhandeln.
Dies ist eine Informations- und Beratungsstelle für Senioren, pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte, die im Jahre 1997 gegründet worden ist. Langjährige Pflegebeziehungen führen immer wieder zu Hilflosigkeit, Erschöpfung und Selbstvernachlässigung, was wiederum zu Gewalt, Mißhandlung und Vernachlässigung des Pfleglings sowohl im häuslichen als auch im stationären Bereich führen kann. Hier werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter/Innen des gemeinnützigen Vereines unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Hirsch aktiv: Sie bieten telefonische und persönliche Krisenberatung an, machen Haus- und Heimbesuche und vermitteln weiterführende Hilfen wie psychotherapeutische Behandlungen, entlastende Hilfsangebote oder auch die Unterbringung in einem Seniorenheim. Ergänzt wird das Angebot von HSM – unter der Federführung von Herrn Prof. Hirsch – durch Gesprächsgruppen und interdisziplinäre Fachveranstaltungen.
Von 1997 bis 2012 wurden von HSM rund 35.500 Anrufe entgegengenommen, davon 13.300 Notrufe. 3.352 Beratungsgespräche wurden geführt.
Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen gepflegt, und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt weiter. Zudem werden die Anforderungen an Pflegekräfte, zum Beispiel nach einer frühzeitigen Entlassung aus dem Krankenhaus, immer höher. Parallel dazu wird die Unterstützung durch die öffentliche Hand immer stärker reduziert. Kompetente und engagierte Menschen wie Herr Prof. Hirsch sind aus der geronto-psychiatrischen Landschaft in Bonn nicht mehr wegzudenken, denn sie fungieren nicht nur als Feuerwehr, sondern tragen auch dazu bei, Brände zu verhindern.
Bonn Lighthouse – Verein für Hospizarbeit e.V.
Der mildtätige, überkonfessionelle und politisch unabhängige Verein setzt sich seit 1995 für die Belange chronisch kranker, sterbender Menschen ein. Die Vereinsarbeit umfasst vier Bereiche: den ambulanten Hospizdienst, die Patienten- und Angehörigenbegleitung in der Universitätsklinik Bonn, ein Wohnprojekt und persönliche Beratung.
Bonn Lighthouse unterstützt Personen mit deutlich eingeschränkter Lebenserwartung, die meistens aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen und häufig an Krankheiten wie HIV und Aids leiden – Menschen am Rande der Gesellschaft und im Angesicht des Todes. Ungewöhnlich ist auch das Wohnprojekt, denn hier leben 12-13 „jüngere“ Menschen mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren zusammen, was im Vergleich zu Bewohnern in herkömmlichen Hospizeinrichtungen wenig ist. Im Lighthouse wird eben nicht nur die letzte Lebensphase betreut, sondern weitere Lebenszeit ermöglicht.
Über die individuelle Hilfe hinaus trägt Bonn Lighthouse in Kooperation mit anderen Institutionen dazu bei, Trauer, Krankheit und Tod, aber auch gesellschaftliche Ausgrenzung aus der Tabuzone herauszuholen.
Der Träger wird von der Stadt Bonn gefördert und begleitet. Dennoch bleiben Teilbereiche der Arbeit unfinanziert, so dass ein hohes ehrenamtliches Engagement unumgänglich ist. Für den Einsatz bei der Betreuung und Sterbebegleitung werden regelmäßig ehrenamtliche Helfer ausgebildet und eingesetzt. Im Jahre 2012 waren 39 ehrenamtliche Betreuer im Verein tätig mit über 4.000 dokumentieren Einsatzstunden, auch nachts und am Wochenende. Die engagierten, meist jungen Menschen bleiben dem Verein in der Regel lange Zeit treu. Für die Lighthouse-Bewohner, die durch eine Drogenkarriere oder Homosexualität häufig aus dem klassischen Familienverbund ausgebrochen sind, ist es wichtig, zu wissen, dass immer jemand für sie da ist – in der Sterbephase sogar rund um die Uhr.

